Villa Friedrichsruh

Die Villa Friedrichsruh wurde 1898 von den Dresdner Architekten Schilling & Graebner errichtet. Bauherr war der Privatier und Löbtauer Gemeindeälteste Gustav Adolf Friedrich. Im Jahr 1904 war die Villa aber bereits in das Eigentum des in der Seevorstadt wohnenden Kaufmanns Heinrich Schmidt übergegangen. Die Kosten für Haus und Einfriedung beliefen sich auf 110.000 Mark.

Die Villa wurde schon um 1914 als Betreuungsstelle des Vereins für Mütter- und Säuglings-Fürsorge genutzt, später betrieben vom Wohlfahrtsamt der Stadt Dresden, und diente nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis kurz nach der Wende als Kinderkrippe und Sauna für den benachbarten Kindergarten. In den letzten Jahren stand das Haus leer.

Die Stilelemente der Neurenaissance und des Jugendstils vereinende Villa Friedrichsruh wurde als Putzbau mit Gliederungen in Elbsandstein errichtet, die Erker, der Giebel und andere Teile waren in unverkleidetem Holz-Fachwerk konstruiert. Am Hauptgesims unter dem großen Giebel der Straßenseite war die Inschrift „Friedrichsruh“ in Versalien angebracht, die heute leider nicht mehr vorhanden ist.

Das Architekturbüro Schilling & Graebner wurde im Jahre 1889 von Rudolf Schilling (1859 – 1933) und Julius Graebner (1858 – 1917) gemeinsam gegründet. Unter ihrer Leitung stand es von 1889 bis 1917, existierte aber anschließend noch bis 1947 weiter, zuletzt unter Graebners Sohn Erwin (1895 – 1945). Die beide Architekten hatten sich im Alter von jeweils etwas mehr als 20 Jahren um 1881 während ihres Architekturstudiums am Polytechnikum Dresden kennengelernt. Auch als sie nach dem Abschluss ihrer Ausbildungen zunächst wieder getrennte Wege gingen, verloren sie sich nicht aus den Augen, zumal sie Mitte der 1880er Jahre beide in Berlin bei zwei verschiedenen Büros arbeiteten.

Dresden, Germany